Der Frangipani gehört zu den schönsten tropischen Blütengehölzen. Seinen ungewöhnlichen deutschen Namen verdankt er wohl eher einem Zufall. Eine Legende erzählt, dass im 12. Jahrhundert ein Italiener namens Frangipani ein begehrtes Parfum herstellte.

Als vier Jahrhunderte später Europäer in der Karibik einen Baum entdeckten, dessen Blüten genauso betörend dufteten, gaben sie ihm den Namen Frangipani. Wer eine einfachere Bezeichnung bevorzugt, kann ihn auch „Pagodenbaum“ oder „Tempelblume“ nennen.

Plumeria alba © meister.photos

Botaniker zählen die Gattung Plumeria zu den Hundsgiftgewächsen (Apocynaceae), somit ist der Frangipani auch mit dem Oleander verwandt. Die Heimat des Pagodenbaumes zieht sich von den westindischen Inseln bis ins nördliche Südamerika. Heute finden wir ihn auch in mediterranen Gärten und auf den griechischen Inseln.

In Asien finden wir besonders schöne Exemplare in Tempelanlagen – daher stammt auch der Name „Tempelblume“. In Ostasien steht der Baum im Ruf der Unsterblichkeit, denn auch ausgerissene Pflanzen, können nach dem Einpflanzen wieder Blätter und Blüten bilden. Die asiatische Medizin verwendet den Frangipani als Heilpflanze, wir schätzen den Duft seiner Blüten.

Frangipani vermehren

Wer sich an der schönen Blüte und ihrem Duft in unseren Breiten erfreuen will, zieht den Frangipani als abenteuerliches Experiment aus Samen, tauscht Stecklinge mit den Nachbarn oder kauft eine der vielen Sorten schon mit Blütenansatz im Fachhandel. Für die vegetative Vermehrung schneiden Sie im Spätsommer Triebe im grauen, schon ausgereiften Bereich. Lassen Sie sie die Schnittflächen antrocknen, bevor Sie die Stecklinge in feuchtem Substrat bewurzeln.

Verzichten Sie darauf, Stecklinge aus dem Urlaub mitzunehmen.

Spätestens bei der Einfuhr ohne Gesundheitszertifikat können Sie sich damit unangenehm hohe Geldstrafen einhandeln.

Frangipani im Sommer

Als tropische Kübelpflanze gedeiht er an einem vollsonnigen Standort am besten.

Auch die sortentypische, kräftige Blütenfärbung erreichen die Pflanzen nur in voller Sonne. Hier hilft der Klimawandel in Mitteleuropa nach – lang andauernde, sonnige Hitzewellen sind wir für Frangipani gemacht.

Gießen Sie bei direkter Sonneneinstrahlung nicht über die Blätter, um Verbrennungen zu verhindern. Den Sommer über bewässern Sie den Baum täglich, gedüngt wird von Mai bis Ende August einmal wöchentlich mit phosphorbetontem Dünger, um die Blüte zu unterstützen. Während des vegetativen Wachstums im Frühjahr bevorzugt der Baum eine stickstoffbetonte Düngung.

Trockenzeit: Frangipani erfolgreich überwintern

Im Winter legt der Frangipani eine Wachstumsruhe ein. Die meisten Arten verlieren dann auch die Blätter. Sobald die Temperaturen unter 6–8° C sinken, sollten Ihre tropischen Schätze in einen vor Frost geschützten Raum übersiedeln. Gegossen wird zur Beginn der Winterpause 2–3 mal wöchentlich.

Nach dem Laubfall bzw. in der Winterruhe wird NICHT MEHR GEGOSSEN – das gilt auch für die immergrünen Arten!

Auf diese Weise verhindern Sie Fäulnis und fördern mit der Trockenperiode gleichzeitig den Blütenansatz für das nächste Jahr.