Sie haben keinen Platz für einen „richtigen” Kräutergarten, wollen aber nicht auf Aromatisches aus Eigenanbau verzichten? Dann probieren Sie es doch mit einer vertikalen Kräutergarten-Variante und begeistern Sie ganz nebenbei auch noch Bienen mit nektarreichen, duftenden Blüten! Nehmen Sie sich für den Bau einen Nachmittag Zeit oder nützen Sie gleich das verlängerte Frühlingswochenende.

Vertikaler Kräuter-Palettengarten, Foto © GartenAkademie.com

Sie benötigen:

  • Eine gebrauchte Europalette. Für die trendige Vintage-Variante des Kräutergartens eignet sich am besten eine alte, ausgediente Palette, der man das lange, beschwerliche Leben gleich ansieht.
  • Einige Meter braunes Gartenvlies: Aus diesem Material bauen Sie die „Pflanzsäcke” – es sollte daher witterungsbeständig und wasserdurchlässig sein, sodass überschüssiges Gießwasser abfließen kann.
  • Pflanzerde
  • Blähton – für eine Drainageschicht
  • 18 bis 20 Kräuter, Duft- oder Gemüsepflanzen, ev. auch ein paar hängende Balkonblumen – beachten Sie bei der Auswahl die Lichtverhältnisse des späteren Standorts
  • Tacker
  • Heftgerät mit Heftklammern
  • Komposterde oder Hornspäne für einen guten Start

Mit wenigen Schritten zum eigenen Kräuter-Palettengarten: 

  • Stellen Sie die Palette am besten gleich am „Endstandort” auf – mit der Unterseite bzw. den drei Bodenbrettern nach vorne.
  • Jede Palette bietet 6 gleich große „Fächer”, die von den Bodenbrettern gebildet werden.
  • Formen Sie aus dem Vlies geräumige Pflanztaschen, die an die „Fächer” angepasst sind. Heften Sie die Ecken zusammen und tackern Sie diese Taschen innen an die Holzbretter.
  • Füllen Sie – falls vorhanden – 2 cm Blähton zur Drainage in die Pflanztaschen.
  • Nun befüllen Sie die Pflanztaschen zur Hälfte mit Erde. Wenn Sie Komposterde oder Hornspäne verwenden, ist jetzt der Augenblick gekommen, den Dünger oder die Komposterde auf dem Erdreich zu verteilen und damit zu vermischen.
  • Kombinieren Sie die Pflanzen entsprechend ihres Wasser- und Nährstoffbedarfs in den einzelnen Pflanztaschen. Nun pflanzen Sie die Kräuter und Blumen ein: Die oberen zwei Behälter können gerade bepflanzt werden, in den unteren Etagen neigen Sie die Kräuter leicht schräg nach vorne.
  • Lassen Sie ca. 1 cm Gießrand frei.
  • Abschließend gießen Sie alle Pflanzen gut an.

An Gewürzkräutern schätzen wir besonders ihr unverwechselbares Aroma. Viele Arten lieben trockene, warme Standorte, an denen sie in ihren Blättern besonders intensive ätherische Öle anreichern. Zu den trockenheitsliebenden Kräutern zählen

  • Bohnenkraut (Satureja montana)
  • Currykraut (Helichrysum italicum)
  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Oregano (Origanum vulgare)
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
  • Salbei (Salvia officinalis)
  • Thymian (Thymus vulgaris)
  • Ysop (Hyssopus officinalis)


Passende Partnerpflanzen, die auch mit trockeneren Tagen zurecht kommen, sind die Bergminze (Calamintha), Fetthenne (Sedum), Heiligenkraut (Santolina), Hundskamille (Anthemis), Katzenminze (Nepeta), Leimkraut (Silene), Spornblume (Centranthus), Steinkraut (Alyssum), Eisenkraut (Verbena).

Tipp: Kleine Pflanzgefäße – egal aus welchem Material – trocknen leider relativ rasch aus. Nicht nur starke Sonneneinstrahlung, auch andauernder Luftzug/Wind an kühleren Tagen regt zu vermehrter Verdunstung über die Blattfläche an und das Wasser kann über die Wurzeln oft nicht so rasch nachgeliefert werden. Wer sich nicht regelmäßig um die händische Bewässerung kümmern kann, erhält im Fachhandel einfach zu installierende, automatische Bewässerungssysteme, z. B. Tröpfchenbewässerungsanlagen.