In Mitteleuropa zwar nicht heimisch, inzwischen aber als Neophyt (= Einwanderer, der sich hier so wohl fühlt, dass er gar nicht mehr weg will) weit verbreitet, finden wir die Kermesbeere (Phytolacca acinosa) heute in vielen Gärten, an Straßenrändern im urbanen Raum und auf öffentlichen Grünflächen.

Und viele Hobbygärtner stört der unerwartete Gast aus Asien gar nicht, denn auf den ein bis zwei Meter großen Pflanzen bilden sich im Sommer attraktive Fruchtstände, deren glänzende Beeren sich erst grün, dann rötlich und später schwarz färben.
Nun hat es die Kermesbeere also auf die Website der GartenAkademie geschafft. Allerdings nicht nur, weil wir hier eine Neuheit mit beträchtlichem Ausbreitungsdrang im Garten vorstellen wollen. Vielmehr sind es die reifen Beeren, vor denen wir ausdrücklich warnen möchten, denn die giftigen, schwarzen Früchte können von Kindern leicht mit Brombeeren verwechselt werden.

Die Kermesbeere ist giftig

Schon seit rund 3000 Jahren wird sie in China als Arzneipflanze genützt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin kommen ihre Wirkstoffe auch bei uns zur Anwendung.
Die Beeren stellen für Kleinkinder eine besondere Gefahr dar. Bei Erwachsenen gelten 10 Beeren noch als harmlos, für kleinere Kinder kann diese Menge  bereits giftig sein. Typische Vergiftungssymptome sind Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Beschwerden im Magen- und Darmbereich.

Wir belassen es also dabei: Ob Arzneipflanzen helfen oder schaden kommt auf die Menge an, die man zu sich nimmt.
Klären Sie Ihre Kinder über die Giftigkeit der Kermesbeere auf und stellen Sie ihnen zum Naschen lieber richtige Brombeeren zur Verfügung.  Letztere gibt es ja inzwischen auch an stachellosen Sträuchern zum ungehinderten und gesunden Beerengenuss auch für kleine Gartenfreunde.

VORSICHT!
Aus den Grünanlagen von Schulen und Kindergärten sowie aus öffentlichen Anlagen sollte die giftige Kermesbeere entfernt werden!

Weiterführende Links:
Kermesbeere bei botanicus.de
Kermesbeeren auf Wikipedia