„Kann ich meine Blumen schon rausräumen“?

Die ersten warmen Tage mit Dauersonnenschein, das fröhliche Zwitschern unserer Singvögel und die leuchtende Blüte der Forsythie – alles Anzeichen dafür, dass sich nun wieder unsere Gartenfreunde mit der wichtigsten Frage des Frühlings melden …
Und wie jedes Jahr im Erstfrühling werden wir den ganz ungeduldigen nicht die Freude nehmen, ihnen aber zur Vorsicht raten: „Ja, an warmen Tagen tut  Frischluft den Balkon- und Kübelpflanzen gut. Aber meist reicht es, tagsüber Fenster und Türen  des Wintergartens zu öffnen und abends oder an kalten Tagen verlässlich wieder zu schließen, denn es kann durchaus noch kalt werden oder sogar schneien. Bei Temperaturen unter 8 °C ist Vorsicht geboten! “

Frostempfindliche Terrassenbewohner jetzt schon langsam auf das Leben draußen vorzubereiten, hat aber durchaus seine Vorteile: Bei niedrigeren Temperaturen und gutem Lichtangebot wachsen die Pflanzen kompakter. Die Pflanze investiert Energie in die Verstärkung ihres Stützgewebes und bildet eine dickere Cuticula (Schutzschicht aus Wachs auf den Blättern). So haben es Schädlinge und Krankheitserreger dann schwerer, in diese ledrigeren Blätter einzudringen, als bei Pflanzen, die nach einem langen Frühling im Warmen ohne Abhärtung mit ihren weichen Zellen dem harten Freilandleben ausgesetzt werden. Auch in Zeiten des Klimawandels gilt: Pflanz‘ nie vor der Kalten Sophie! Ab Mitte Mai erst geben die Wetterfrösche für das ganze Land grünes Licht: dann können auch die hitzeverwöhnten Mediterranen endlich raus ins Freie.

 

Und das Gemüse? Ab ins (Früh-)Beet!

Im Trend ist, wer einen „Essbaren Garten“ sein Eigen nennt. Und für einen erfolgreichen Start in die Vorsaison hätte der Garten doch gerne ein Frühbeet. Darin keimen schon jetzt kälteempfindliche Gemüsepflänzchen in geschützter Atmosphäre. An sonnigen Tagen öffnet man die Fenster und lässt die Kleinen Frischluft atmen, am Abend haben sie es „unter Glas“ wieder wohlig warm. Sollten die Temperaturen bei Spätfrost unter den Gefrierpunkt sinken, bietet eine Abdeckung aus Strohmatten zusätzlichen Schutz vor Kälte.

Vintage-Frühbeet © AC Rider, shutterstock.com
Vintage-Frühbeet © AC Rider, shutterstock.com

Und so wird’s gemacht:

  • Der richtige Platz: Suchen Sie für Ihr Frühbeet im Garten einen sonnigen, Nord-Süd-gelegenen Platz. So nützen Sie die Frühlingssonne optimal für Ihre Pflanzen.
  • „Selbst ist der Hobbygärtner“ oder „Ab ins Gartencenter“? Im Fachhandel gibt es Frühbeet-Bausätze aus den unterschiedlichsten Materialien, z. B. leichtem Alurahmen mit wärmeisolierenden, beidseitig UV-geschützten Stegdoppelplatten oder aus imprägniertem Holz mit Kunststoffdach.
  • Die perfekten Maße: Wählen Sie eine Beetbreite von unter einem Meter, so können Sie die gesamte Fläche bequem von vorne bearbeiten. Die Länge des Frühbeets hängt von dem Platzangebot in ihrem Garten ab. Die Nordseite sollte 15–20 cm höher sein als die Südseite – durch die „Dachschräge“ kann die Sonneneinstrahlung besser ausgenützt werden, als bei einem „Flachdach“.
  • Fenster für ein Frühbeet im trendigen Vintage-Look erhalten Sie vielleicht bei einer alten Gärtnerei – fragen kostet nichts. Die Umrandung können Sie aus alten Klinkerziegeln oder angegrauten Brettern selbst bauen. Vielleicht trennt sich auch ein Schrebergärtner von seinem „historischen“ Stück.

Das Mistbeet: Schicht für Schicht …

  • Koffern Sie das Erdreich gut einen Spaten tief aus.
  • Pferdemist oder Laub? Oder eine gute Mischung?
    • Beste Erfahrungen bestehen mit einer Mischung aus Pferdemist zu Laub oder Stroh im Verhältnis 1 zu 3.
    • Wer sich für Pferdemist entscheidet, kann früher mit der Kultur beginnen. Allerdings kann Pferdemist allein – 25 bis 30 cm hoch als „Heizschicht” ausgebracht – so viel Wärme abgeben, dass es für die Pflanzen zu warm wird. Eine 5 cm hohe Laubschicht muss als Puffer zwischen dem Mist und der Erdschicht auf jeden Fall ausgebracht werden.
    • Wer keinen Pferdemist hat, wählt verrottendes Laub. Auch dieses Material gibt beim Rotteprozess Wärme an die Umgebung ab, allerdings weniger als der Mist. Ihre Pflänzchen stehen auch hier angenehm auf „warmem Fuß“. Beim Befüllen sollten Sie das Laub schichtweise anfeuchten und immer wieder festtreten. Der Rotteprozess und die Wärmeabgabe beginnen frühestens nach ca. eineinhalb Wochen, erst dann können die Pflanzen einziehen!
  • Ein fein gesiebtes Gemisch aus Kompost und Gartenerde kommt 20 cm hoch auf die wärmende Schicht. In dieses Substrat wird direkt gesät.