Unsere Frühlingsblüher sind allesamt Sonnenanbeter. Viele öffnen ihre zarten Blüten erst am späten Vormittag  und schließen sie einige Stunden später, wenn die Temperatur wieder sinkt. Auch Bienen sind im Vorfrühling bei gutem Wetter schon aktiv und lieben die sonnige Mittagszeit.

Das trifft sich gut, denn steigt die Temperatur an sonnigen Tagen auf 10 bis 12 °C, so kann man die ersten Bestäuber beobachten, die  auf der Frühlingswiese emsig dem süßen Nektarduft folgend von Blüte zu Blüte summen. 

Crocus vernus ‘Golden Yellow'

🐝 Wer Frühlingsblüher in den Garten oder auf Balkon und Terrasse holt, leistet in einer kargen Jahreszeit einen wichtigen Beitrag für den Bienenschutz! 🐝

Biene auf Blaustern © GartenAkademie.com

Da viele der heimischen Frühlingsblüher unter strengem Naturschutz stehen, dürfen sie nicht von ihrem Naturstandort entfernt werden. Unsere spezialisierten Staudengärtnereien und Baumschulen bieten Ihnen ein sehr großes Sortiment an Frühlingsblühern, die Sie in Ihrem Garten ansiedeln können. Verwilderte Stauden sind ein echter Gewinn in naturnahen Anlagen.

Zusätzlich zu den „normalen“ Arten, finden Sie dort auch Zuchtformen und Sorten, die sich durch besondere Vorzüge wie größere Blüten, stärkeren Duft oder längere Blütezeit auszeichnen. Die meisten Frühlingsboten sind widerstandsfähige Rhizom-, Knollen- oder Zwiebelpflanzen, die in den Folgejahren in Ihrem grünen Reich verwildern und dem Garten jedes Jahr ein neues Gesicht verleihen.

Winterling © GartenAkademie.com
Krokus © GartenAkademie.com

Neben dem allgegenwärtigen Gänseblümchen zeigen Krokus und Winterling als erste ihre Blüten.
Der duftende Winterling (Eranthis hyemalis) liebt einen frischfeuchten Standort unter Sträuchern und Laubbäumen, die jetzt noch das Sonnenlicht durchlassen, bevor sich in einigen Wochen das dichte Blätterdach über den Frühlingsboten schließt. Erst einmal im Garten angesiedelt, verwildert die Rhizompflanze rasch und begeistert jedes Frühjahr durch dichtere Blütenteppiche. Etwas größere Blüten präsentiert etwas später im Frühjahr der aus Kleinasien stammende Kilikien-Winterling Eranthis cilicica. 

Wer Krokusse in seinem Garten verwildern lassen möchte, sollte sich in der Staudengärtnerei für Wildformen wie den Frühlingskrokus (Crocus vernus), den Elfenkrokus (Crocus tommasinianus) oder entscheiden. Nur diese Arten vermehren sich in den Folgejahren durch Selbstaussaat. Der Ideale Standort für die Knollenpflanzen ist ein durchlässiger, mäßig nährstoffreicher Boden in sonniger Lage. Reichern Sie feste Böden gegebenenfalls bei der Pflanzung mit Sand an, um den Naturstandort besser nachzuahmen. Übringens werden von den zart-pastellfarbenen Wildformen auch Sorten mit intensiv leuchtenden Frühlingsfarben angeboten. Säen sich diese Pflanzen selbt aus, finden sich in den Nachkommen die ursprünglichen Arten.

Scilla amoena, Schöner Blaustern © GartenAkademie.com
Adonis vernalis © GartenAkademie.com

Der Blaustern (Scilla) gehört zu den entzückendsten Frühblühern – nicht nur für uns Gartenfreunde, sondern auch für „frühlingsaktive“ Bienen. Er bietet uns nahezu Rotton-freies Blau, das in der Pflanzenwelt nur selten anzutreffen ist. Bestäuber freuen sich über das frühe Nektar- und Pollenangebot.
Verwenden Sie die zierlichen Zwiebelblumen in Kombination mit Schneeglöckchen und wilden Krokussen in einem gar nicht „englischen“ Rasen, der auch attraktiven Blütenpflanzen Raum bietet. Wichtig ist ein durchlässiger, aber gern humoser Standort im Halbschatten, den ab April meist die Laubkronen von Bäumen und Sträucher bieten. Die Pflanze ist pflegeleicht und bildet auch ohne unser Zutun durch Brutzwiebeln bald einen dichten Blütenteppich. Wer in Trögen auf Balkon oder Terrasse Frühblüher ansiedeln möchte, ist mit den genügsamen Blaustern-Arten gut beraten.

Das leuchtend gelb blühende Adonisröschen (Adonis vernalis) gehört zu den attraktivsten gelben Frühlingsboten. Die Art ist in Europa heimisch, leider aber stark gefährdet und steht unter Naturschutz. Wer die Pflanze in seinen Garten holen möchte, sollte etwas Erfahrung mitbringen – sie gilt als empfindlich und schwierig. Erfahrene Staudengärtner empfehlen Liebhabern, sich für asiatische Arten wie Adonis multiflora oder Adonis ramosa zu entscheiden. Auch sie stehen auf der Liste frühblühender Bienenweide-Pflanzen ganz oben, für Menschen sind alle Teile der Pflanze giftig – in der Antike wurde das Adonisröschen in der Volksheilkunde verwendet.
Der Standort des Sonnenanbeters soll möglichst warm sein, lockerer und sandiger Boden – wie auf Magerrasen anzutreffen –, wird bevorzugt.