Poinsettien-Pyramide Palmenhaus Schönbrunn © GartenAkademie.com
Poinsettien-Pyramide im Palmenhaus Schönbrunn © GartenAkademie.com

Der Botaniker, Physiker und amerikanische Botschafter in Mexiko – Joel Roberts Poinsett – entdeckte den Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) im Süden Mexikos. 1828 sandte er Stecklinge erstmals in seine Heimatstadt Charleston in South Carolina. Nach ihrem Entdecker erhielt die Pflanze damals ihren ersten botanischen Gattungsnamen Poinsettia, aus dem sich auch die in Europa mancherorts noch heute bekannte Bezeichnung „Poinsettie“ ableitet.
Da die inzwischen weltweit beliebte Poinsettie so viele Freunde hat, ist der „Poinsettia Day“ am 12. Dezember in den USA seit 2002 etabliert. Der 12. Dezember – Todestag Joel Roberts Poinsetts – wird dort zum Anlass genommen, Weihnachtssterne zu verschenken und die Wohnräume mit der „Blume der Heiligen Nacht“ festlich zu dekorieren. Seit einigen Jahren wird dafür geworben, den Brauch des Poinsettias Days  auch in Europa bekannt zu machen. Im Fachhandel gibt es jetzt Weihnachtssterne in allen Farben und Größen, pur, romantisch, cool oder attraktiv dekoriert – eine Pflanze für jeden Geschmack und jeden Wohnstil.

Doch, wer hat aus der mexikanischen Waldpflanze eine der erfolgreichsten und bekanntesten Pflanzen der Welt gemacht? 

Heute ist der Weihnachtsstern ist in den USA und in Kanada die am häufigsten verkaufte Topfpflanze. Rund 250.000.000 $ Umsatz machen die Gärtner in der „Neuen Welt“ jährlich mit dieser Pflanze. In Deutschland wechseln rund 35 Millionen Weihnachtssterne jährlich den Besitzer – die Hälfte davon wird dann als Geschenk weitergegeben. Den großen Erfolg verdanken die Gärtner großteils dem Gartenbau-Unternehmer Paul Ecke I. (1895–1991), der als „Vater der Weihnachtssternindustrie“ gilt. Seine Züchtungserfolge sind legendär, wie man sie erzielt war allerdings bis 1990 ein gut gehütetes Firmengeheimnis. Das von ihm gegründete Unternehmen ist Weltmarktführer und weltgrößter Patentrechteinhaber auf Weihnachtsstern-Sorten. Die Paul Ecke Ranch vermarktet heute rund 60 Poinsettien-Sorten in vielen Farben. Das Hauptgeschäft sind bewurzelte und unbewurzelte Stecklinge sowie Stecklinge mit Kallusgewebe. Lediglich in der Vorweihnachtszeit werden noch rund 400.000 fertige Poinsettien an den Großhandel in der Umgebung des Firmensitzes in Encinitas (Kalifornien) verkauft. Der Weltmarktanteil Eckes bei Weihnachtsstern-Stecklingen liegt bei etwa 80 bis 90 %. Der Anteil von fertigen Weihnachtssternen, die aus Lizenz-Stecklingen von Ecke stammen, liegt auf dem Weltmarkt insgesamt bei über 50 %, in den USA bei über 70 %. Die Ecke Ranch produziert in Kalifornien und Guatemala auf einer Gesamtfläche von über 43 Hektar und beschäftigt in der Hochsaison bis zu 1000 Mitarbeiter, davon allein in Guatemala über 700. Die sortengeschützten Stecklinge werden in über 50 Länder geliefert.

Wie Sie Weihnachtssterne erfolgreich auswählen und pflegen, erfahren Sie in diesem Film …