Vereinzeln von Sämlingen, die breitwürfig ausgesät wurden. Stehen die Pflänzchen im Saatkistchen eng aneinander, machen sie sich gegenseitig das Licht streitig. Das Hypocotyl – der Sprossbereich zwischen Keimwurzel und Keimblättern – wird lang, dünn und schwach. Auch, wenn nach der Keimung Lichtmangel herrscht, stecken sich die Sämlinge zum Licht. Mit geschwächten Keimlingen haben Pilzkrankheiten und Bakterien leichtes Spiel. Um diese Entwicklung zu verhindern, vereinzelt man die Pflänzchen spätestens, sobald sie die ersten richtigen Laubblätter gebildet haben.

Pikierte Sämlinge © GartenAkademie.com

Sie benötigen:
• Pikiererde: Ein humoses, aber nur schwach gedüngtes Substrat oder Aussaaterde.
• 5 cm- bis 8 cm-Töpfe, Recyclingbecher mit Abzugslöchern oder Multitopfplatte
• Pikierstab
• Gießkanne mit Brause

Pikieren – Schritt für Schritt
• Pikiersubstrat in ein Gefäß füllen, mit einem Brett gerade abstreichen  und leicht andrücken.
• Mit dem Pikierstab ein Loch in die Erde bohren.
• Vorsichtig mit dem Pikierstab die Pflanze aus dem Aussaatgefäß heben.
• Das Pflänzchen vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger an den Keimblättern anfassen und den Sämling quer über das vorbereitete Loch legen.
• Das Ende der Wurzel mit dem Pikierstab in die Pikiererde drücken, bis die Keimblätter sich auf Substratniveau befinden.
• Die Erde leicht andrücken, sodass ein guter Kontakt zur Wurzel gegeben ist.
• Nach dem Pikieren die Multitopfplatte oder die eng nebeneinander aufgestellten Töpfe mit einer Gießkanne und feiner Brause durchdringend angießen. Beginnen und beenden Sie den Gießvorgang NEBEN den Töpfen, dass die großen Tropfen keine Sämlinge ausschwemmen.
• Die Pflanzen ihrem Wärmebedarf entsprechend hell aufstellen: Einjährige Beetpflanzen, Stauden, Kräuter und Gemüse: 15° bis 18° C – sie werden nach erfolgter Durchwurzelung abgehärtet, bis zum Auspflanzen reichen Temperaturen von 8–12° C. Zimmerpflanzen brauchen höhere Temperaturen und werden bei 18° bis 20° C und hoher Luftfeuchtigkeit aufgestellt.