Bäume galten und gelten noch heute in vielen Kulturen als Sitz von Göttern und Geistern. Unter den Bäumen wurden ihnen Opfer gebracht. Auch christliche Heilige erschienen den Legenden nach oft in der Nähe von Bäumen oder Hainen – viele Wallfahrtsorte sind an diesen Stellen entstanden. Vom Gedeihen eines Baumes, der anlässlich einer Geburt oder Hochzeit gepflanzt wird, versprechen wir uns Auskunft über das Schicksal der betreffenden Menschen.

Bäume haben Tradition

Hausbäume haben eine lange Tradition. Früher wurden sie gepflanzt, um die Gebäude vor Unheil schützen. Heute verleihen sie dem Haus ein unverwechselbares Aussehen. Ereignisse wie die Taufe eines Kindes oder die Dachgleiche beim Neubau werden traditionell mit einer Baumpflanzung gefeiert. Wichtig bei der Auswahl ist neben dem Standort und der Größe das Erscheinungsbild des Baumes. Je nach Art besitzt er einen interessanten Wuchs, attraktive Blüten, buntes oder besonders geformtes Laub, eine reizvolle Rindenzeichnung oder Aufsehen erregende Herbstfärbung. Im Idealfall besitzt ein Hausbaum mehrere dieser Eigenschaften und erfreut seine Besitzer das ganze Jahr über.

Ein Baum macht aus einem Grundstück erst einen Garten. Bäume gliedern den Garten in unterschiedliche Räume und übernehmen wichtige Funktionen: am Eingang gepflanzt begrüßen Sie Gäste und weisen ihnen den Weg zum Haus; sie beschatten Terrasse und Sandkiste an heißen Sommertagen, bilden ein bewegtes grünes Dach und schützen vor unerwünschten Einblicken. Hinter einer dichten Krone lassen sich auch so manche Bausünden oder unattraktive Fassaden verstecken.

Ein gesunder, großkroniger Laubbaum 

  • filtert stündlich 4000 m³ Luft
  • verarbeitet täglich 10 kg CO2
  • filtert jährlich über 100 kg Staub aus der Stadtluft
  • bindet Schadstoffe
  • liefert während seiner Wachstumszeit im Sommer Sauerstoff für 10 Menschen bzw. produziert pro Stunde bis zu 1200 Liter Sauerstoff
  • verbessert das Klima durch Verdunstung von bis zu 400 Litern Wasser täglich an sonnigen Sommertagen – dadurch erhöht er die Luftfeuchtigkeit und senkt gleichzeitig die Temperatur in seiner Umgebung
  • bietet an heißen Tagen kühlen Schatten
  • vermindert Lärm und bremst den Wind.

Auch der biologische Nutzen ist beachtlich, Bäume bieten z. B. …

  • Nistmöglichkeiten für Vögel, die wiederum schädliche Insekten vertilgen
  • Herbstlaub als Unterschlupf für Nützlinge und nützliche Kleintiere wie Igel, Schwebfliegen, Marienkäfer
  • mit ihrer herbstlichen Blätterdecke den Bodenlebewesen einen gewissen Frostschutz
  • und wertvollen Kompost

Also gehört zu jedem Haus mindestens ein Baum. Allerdings: Nicht vor jedem „Vaterhaus steht eine Linde” – denn auch Walnuss, Buche, Ahorn, Tulpenbaum und großkronige Obstbaumarten wie Birnen stehen auf der Liste beliebter, traditioneller Hausbäume ganz oben. Wer im städtischen Raum oder im Reihenhausgarten nur wenig Platz hat, bevorzugt heute kleinkronige, attraktive Kulturformen wie Kugelahorn (Acer platanoides ‘Globosum’), Kugelrobinie (Robinia pseudoacacia ‘Umbraculifera’), Säulen-Zierkirsche (Prunus serrulata ‘Amanogawa’), den kleinkronigen Trompetenbaum Catalpa bignonioides ‚Nana‘), die keinwüchsige Tulpenbaum-Sorte ‘Ardis’ (Liriodendron tulipifera ‘Ardis’) oder den Säulen-Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera ‘Fastigiata’).