Nach jeder „Kulturarbeit“ wird (an)gegossen – also, nach der Aussaat, dem Pikieren, dem Stecken von Stecklingen, dem Topfen oder Auspflanzen. Das ist ein Gärtner-Grundsatz. Aber wann und wie wird bewässert, um die Grundversorgung aufrecht zu erhalten?

Gießen Sie im Garten dann, wenn der Boden die tiefste Temperatur hat. Das ist in den Sommermonaten kurz vor Sonnenaufgang – zwischen 3:00 und 5:00 Uhr morgens. Zu diesem Zeitpunkt verdunstet nur wenig Gießwasser und die Pflanzen sind den ganzen Tag über optimal mit Flüssigkeit versorgt.

Vorsicht! Gießen Sie nie in der Mittagshitze oder direkt auf die Blätter. In der Mittagshitze ist der plötzliche Kälteschock für Pflanzen nur schwer zu verkraften und die Wassertropfen können zu Verbrennungen auf den Blättern führen. Wenn Sie dennoch tagsüber wässern müssen, sollten Sie immer auf den Wurzelbereich gießen.

Ihr Gärtner, Baumschulist und Landschaftsgärtner informiert Sie gerne über Bewässerungsanlagen, falls Sie die täglichen Gießarbeiten nicht zum idealen Zeitpunkt durchführen können.

Wie Wasser viel ist genug?

Kübelpflanzen, Pflanzen in Trögen und Töpfen sollten Sie so lange gießen, bis das überschüssige Wasser aus den Ablauflöchern am Topfboden rinnt. Gießen Sie langsam und mit einem sanften Strahl, damit sich die Erde optimal mit Wasser vollsaugen kann. Eine große Gießkanne (10 Liter) Wasser pro Quadratmeter verteilt, dringen nur ca.10 cm in den Boden ein. Als Faustregel für die Bewässerung im Garten gilt: mindestens 30 Liter Wasser pro Quadratmeter.

Die richtige Menge ist Gefühlssache

Wassermangel erkennen Sie an eingerollten Blättern und herabhängenden Triebspitzen. Ist das Erdreich ganz ausgetrocknet und zeigt bereits Risse, gießen Sie vorsichtig mit handwarmem Wasser. Erst, wenn die Erde wieder leicht angefeuchtet ist, kann sie wieder Wasser aufnehmen.

Fast alle Pflanzen reagieren empfindlich auf Staunässe, die anschließend zu Fäulnisbefall führt. Kontrollieren Sie deshalb vor dem Gießen unbedingt die Feuchtigkeit des Erdreichs, womöglich ist das Gießen noch gar nicht notwendig.

Balkonkästen, Tröge und Kübel sollten unbedingt Abzugslöcher haben, um Staunässe zu verhindern. Die Löcher Sie nachträglich auch mit einem elektrischen Bohrer bohren. Zum vorsichtigen Bohren in Terracotta-Töpfen verwenden Sie vorzugsweise einen Holzbohrer, dann springt das Material nicht so leicht.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Nicht alle Pflanzen haben den gleichen Wasserbedarf. Darauf muss bei einer gemischten Bepflanzung auf jeden Fall Rücksicht genommen werden. Kombinieren Sie nur jene Arten in einem Gefäß, die annähernd die gleichen Ansprüche haben.